Knüfer (Die Linke): Ausgerechnet die AfD will uns überprüfen lassen
Zum Bericht von NRW-Innenminister Herbert Reul über die Linke in Nordrhein-Westfalen, den die AfD-Landtagsfraktion beantragt hatte, erklärt Laetitia Knüfer, Direktkandidatin für Die Linke im Wahlkreis Dinslaken/Oberhausen-Sterkrade:
„Dass ausgerechnet die AfD einen Bericht über angebliche Verfassungsfeinde bei anderen beantragt, ist an Dreistigkeit kaum zu überbieten. Eine Partei, deren Ministerpräsident im eigenen Land von einer Nazi-Partei spricht, über die eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe zu einem möglichen Verbotsverfahren beraten soll, spielt sich als Hüterin des Grundgesetzes auf. Das ist nicht nur lächerlich, das ist ein durchsichtiges Ablenkungsmanöver.“
Das Ergebnis des Berichts spreche für sich, so Knüfer. Der Innenminister stelle fest, dass die beobachteten Zusammenschlüsse in der NRW-Linken tendenziell schrumpfen und dass es keine Erkenntnisse über eine gezielte Einflussnahme islamistischer Organisationen auf den Landesverband gebe.
„Antisemitismus hat in unserer Partei nichts zu suchen, in keiner Strömung und in keinem Kreisverband. Daran arbeiten wir, und das sagen wir auch deutlich“, betont Knüfer. „Aber wer uns mit Verdächtigungen überzieht, geht es nicht um den Kampf gegen Antisemitismus. Es geht darum, eine unbequeme Partei zu beschädigen.“
Knüfer verweist auf das Berliner Wahlergebnis von Ende September, bei dem Die Linke mit 25,7 Prozent stärkste Kraft wurde. „Berlin hat gezeigt, dass sich etwas bewegen lässt, wenn eine Partei konsequent über Mieten, Löhne und Daseinsvorsorge spricht. Genau das macht anderen Angst. Wer jahrzehntelang den gleichen Kurs gefahren ist, möchte ihn ungestört weiterfahren.“
Für die Landtagswahl am 25. April 2027 zeigt sich Knüfer kämpferisch. „Bei uns in Dinslaken und Sterkrade merken die Menschen jeden Tag, was fehlt: bezahlbarer Wohnraum, Büchereien, Beratungsstellen, Personal in Kitas und Schulen. Darüber reden wir im Wahlkampf. Über Scheindebatten entscheidet nicht der Innenausschuss, sondern am Ende die Wählerinnen und Wähler.“
